Informationen über Schweinswale - Wilhelmshavener Schweinswaltage

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Informationen über Schweinswale

Schweinswal
Schweine im Meer?
Woher der Schweinswal seinen Namen hat, das konnten wir bisher nicht mit Sicherheit herausfinden. Manche sagen, die Zunge sei der eines Schweines ähnlich oder es sind die Augen,
die Speckschicht oder die Lage seiner Organe. Im Mittelalter schrieb man ihm einen Rüssel zu, mit dem er am Grunde des Meeres wühle. Tatsächlich ist der Zusatz 'Schwein' bei dieser Walart in vielen Sprachen gebräuchlich: puffing pig, Marsvin, Zeevark. Bei uns wird der Schweinswal (Phocoena phocoena) auch Braunfisch, Kleiner Tümmler oder Meerschwein genannt.

Er gehört zu den kleinsten Walarten überhaupt und ist hier im Wattenmeer heimisch. Man trifft ihn aber auch in den Flüssen an, sogar viele Kilometer entfernt von der Mündung, wie Beobachtungen aus früheren Zeiten und auch aus unserer Zeit bestätigen. Vermutlich folgt er dort genauso wie im Meer seiner Nahrung - den Fischen in Schwärmen.

Steckbrief
Die heimischen Schweinswale werden zwischen 1,50 m und 1,80 m lang und wiegen etwa 50 kg bis 80 kg. Die Weibchen werden etwas größer als die Männchen.

Meist leben die Tiere allein, zu zweien oder in Gruppen von höchstens zehn Individuen. Schulen mit Hunderten, wie man sie von Delfinen her kennt, sind hier die Ausnahme. Man sagt den Schweinswalen ein eher gemäßigtes Temperament nach, in der Regel führen sie keine Sprünge aus wie andere Wale oder Delfine. Die beobachtete Höchstgeschwindigkeit eines Schweinswal liegt etwa bei 12 Knoten (22 km/h).

Erstaunlich erscheint, dass er, verglichen mit anderen Meeressäugern, nur relativ kurz die Luft anhalten kann. Als längste beobachtete Tauchdauer gelten 6-10 Minuten, der normale Atemrhythmus bei ruhigem Schwimmen beträgt 3-4 mal pro Minute. Der Seehund, von der Größe her etwa vergleichbar, kann bis zu einer halben Stunde tauchen.

Schweinswale gehören zu den wandernden Tierarten, d. h. sie halten sich - je nach Jahreszeit - in unterschiedlichen Meeresgebieten auf. Meist wandern sie im Frühjahr an die Küste und ziehen im Herbst in tiefere Bereiche der Nordsee.

Zeichnungen: S. Walentowitz, G. Wiora (wikipedia), R. Müller
Text: Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer
 
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